Der Einfluss der Orthographie von Suffix-Varianten auf die Aussprache japanischer DaF-Lernender

Die Alltagssprache im Deutschen zeichnet sich durch phonetische Varianten aus, bei denen Assimilation, Laut-Reduktion, Koartikulation oder Elision auf den nicht-akzentuierten Silben erscheinen. Allein das Wort <haben> hat zwar eine phonemische Form /ha:bən/, jedoch mindestens vier verschiedene phonetische Varianten: [ha:bən], [ha:bn], [ha:bm], [ha:m]. Die Realisierung der Varianten ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Sprechstil, Sprechgeschwindigkeit oder Wort-Familiarität eines Sprechers, so dass sie den DaF-Lernenden Schwierigkeiten beim Hören bereiten. 
 Für japanische DaF-Lernende bedeuten die Varianten einen großen Aufwand beim Hören, da sie durch Laut-Buchstaben-Beziehung nur eine phonetische Variante im Unterricht gelernt haben und deshalb von der Orthographie stark beeinflusst sind. Das Japanische kennt grundsätzlich keine Sprachvariante hinsichtlich des unterschiedlichen Sprechrhythmus.
 Es wird gezeigt, wie die japanischen DaF-Lernenden mit B1- und B2-Niveau die Beziehung zwischen Graphem (Orthographie), Phonem und Suffix-Varianten wahrnehmen und wie diese auf ihre Aussprache wirkt. Die Imitation eines Textes beim Vorlesen mit und ohne verschriftlichen Suffix-Varianten veranschaulicht, welchen Einfluss das Schriftbild auf die Aussprache der japanischen DaF-Lernenden nimmt.

Referent/in - Presenter/s

Mayako Niikura (Kokugakuin Universität, Japan)

Zeit / Time

  • Freitag / Friday, 01.03.2019
  • 10:30 - 11:00 & 16:00 - 16:30 (presenter available for questions)
  • the poster itself is accessible throughout the conference

Raum / Room

Bereich Kaffeestände

coffee break area

Sprache / Language

Deutsch / German