Die mündliche Kompetenz selbst evaluieren: geht das überhaupt?

In diesem Vortrag möchten wir anhand der neuesten Ergebnisse aus unserer Beratungspraxis auf die Frage der Selbstevaluation der mündlichen Kompetenz in der Sprachlernberatung eingehen.
Seit dem Sommersemester 2017 haben die teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, am Ende der Sprachlernberatung (auch) einen mündlichen Test abzulegen. Es handelt sich von einem semidirekten Testverfahren, das niveaugerechte Sprechanlässe zum Testen der mündlichen Produktion bietet. Im Anschluss an die Prüfung, die digital aufgenommen und gespeichert wird, hören sich die Studierenden ihren Test an und evaluieren sich durch einen ihnen zur Verfügung gestellten Fragebogen.
Dieser letzte Schritt setzt voraus, dass die Studierenden in der Lage sind, ihre Leistung zu bewerten. Da dies oft nicht der Fall ist – vor allem bei einer Fertigkeit wie der mündlichen Produktion, deren Bewertungskriterien in der einschlägigen Forschung nicht unumstritten sind (Tschirner 2001, Arras 2011, Isaacs 2016) –, haben wir eine Reihe von Maßnahmen ergriffen mit dem Ziel, die (Self-)Assessment Literacy der Studierenden zu fördern. In einem Vor-Nach-Vergleich konnten wir feststellen, dass die Einführung dieser Maßnahmen sich positiv auf das metakognitive Bewusstsein der Studierenden ausgewirkt hat. Im Vortrag sollen die getroffenen Maßnahmen vorgestellt und über die von Harsch (2015) befürwortete Notwendigkeit einer verstärkten Assessment Literacy – auch in der Sprachlernberatung – reflektiert werden.

Referent/in - Presenter/s

  • Rosanna Pedretti (Universtät Freiburg)
  • Adriano Murelli (Università dell'Insubria, Italien)

Zeit / Time

  • Freitag / Friday, 1.3.2019
  • 15:15 - 15:50 Uhr

Raum / Room

GW2 B3.010

Sprache / Language

Deutsch / German