Thema 8: Was bedeutet der Bezug zum GER für eine Sprachprüfung?

Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) hat sich in der Leistungsmessung als Standard und Bezugsgröße etabliert, den auch Anbieter von Sprachprüfungen nicht außer Acht lassen können. Sofern der GER als Referenzsystem für eine Sprachprüfung verwendet werden soll, ergeben sich jedoch zwei Aspekte, die vorab zu klären sind: Zunächst stellt sich die Frage, in welchem Maße sich der GER als kompetenzorientiertes Referenzsystem dafür eignet, Testaufgaben für ein bestimmtes Testkonstrukt zu entwickeln und beispielsweise einen Bezug zu kognitiven Operationen herzustellen, die mit diesen Aufgaben erfasst werden sollen. Sofern diese Frage positiv beantwortet wurde, muss geprüft werden, ob die Sprachprüfung grundlegende Qualitätsanforderungen erfüllt, damit eine Zuordnung von Prüfungsaufgaben zum GER überhaupt als sinnvoll erachtet werden kann. Dies betrifft sowohl die Entwicklung und Produktion der Aufgaben als auch die Auswertung der Teilnehmerleistungen.

Im Workshop werden entsprechende Qualitätsanforderungen für standardisierte Sprachprüfungen oder Tests vorgestellt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf andere, nicht standardisierte Prüfungen diskutiert. In einem weiteren Schritt wird erörtert, welche empirischen Methoden der Zuordnung zum GER verwendet werden können, um die Verortung einer Sprachprüfung auf einer bestimmten GER-Stufe nachzuweisen. Dabei sollen auch die Ressourcen und Rahmenbedingungen an Sprachenzentren der Hochschulen berücksichtigt werden.

Zeit/Time

Freitag/ Friday 24.2.2017; 16:30 - 18:00

Raum/ Room

GW2 B3.010

Referenten/Presenters

Dr. Gabriele Kecker (g.a.s.t./TestDaF-Institut)

Sprache/ Language

Deutsch/ German