Véronique Coiffet (Universität Passau, Deutschland)

Textproduktion mithilfe des Internets: Das Netz kann mehr

Dass Sprachunterricht ohne Internet nicht mehr denkbar ist, spürt jede Sprachlehrkraft und jede/r Lernende. Zugang zum Web bietet schier unendliche Quellen – auch im Präsenzunterricht – zum Schulen und Prüfen verschiedener rezeptiver Kompetenzen sowie für handlungsorientiertes Lernen.
Für die Textproduktion hingegen wird das Internet weniger selbstverständlich herangezogen. Über das gelegentliche Mailschreiben (häufig ohne Gegenüber) oder Blogerstellen können teilweise erfolgreiche  Ansätze von Handlungsorientierung erreicht werden, jedoch stellen diese eher nicht die Regel des Unterrichtsalltags dar.
Dabei kann der Zugang zum Internet –  insbesondere auf den Niveaustufen C1 und C2 – zuverlässig und mit interessanten Ergebnissen sowohl im Unterricht als auch in Klausursituationen einen Beitrag zur Handlungsorientierung leisten. Durch das Erstellen und Pflegen von echten fremdsprachlichen Wikipedia-Artikeln werden Studierenden wertvolle Kompetenzen vermittelt: Interkulturalität, Textkompetenz, Recherche und Kritikfähigkeit. Klausuren mit vollem Internetzugang und problemorientierten interkulturellen Aufgaben spiegeln Real-Life-Situationen, erfordern allerdings Umdenken in der Bewertung.
In meinem Beitrag möchte ich – auch selbstkritisch - auf eine dreijährige Erfahrung zurückblicken.