Michel Candelier (Université du Maine, Frankreich)

“Mehrsprachigkeitsdidaktik“ und “Didactique du plurilinguisme“: Zur Entwicklung einiger verwandter sprachdidaktischer Konzepte

Zahlreiche Indikatoren weisen darauf hin, dass sich mehrsprachige Ansätze in der Sprachendidaktik in manchen europäischen Ländern allmählich ihrer Blütezeit annähern. Im Bereich des Sprachenlernens und –lehrens an Hochschulen kann in diesem Zusammenhang die Entwicklung einiger Projekte wie MAGICC (www.magicc.eu) exemplarisch aufgeführt werden.
Als gemeinsames definitorisches Merkmal von Mehrsprachigkeitsdidktik und Didactique du plurilinguisme kann heute das Prinzip des „expliziten Einbezugs der bereits vorhandenen Mehrsprachigkeit“ (Hu, 2010) der Lernenden in das Erlernen weiterer Sprachen betrachtet werden. Diese bereits vorhandene Mehrsprachigkeit ist aus zahlreichen Gründen im Hochschulbereich besonders reichhaltig und individuell differenziert. Dadurch wird die Relevanz eines Rückgriffs auf die Mehrsprachigkeitsdidaktik besonders deutlich.
Ein Rückblick auf die Einführung vorangehender Schlüsselkonzepte in die didaktische Praxis deutet  die Gefahren an, die mit einer Übernahme neuer Gedanken als Fertigprodukte einhergehen. Dieser Beitrag möchte dem entgegenarbeiten, indem er die zum Teil divergierende Entstehungsgeschichte der mit der Mehrsprachigkeitsdidaktik verbundenen Konzepte im germanophonen und frankophonen Sprachraum nachzeichnet. Dadurch sollten die besprochenen didaktischen Ansätze bei aller psycholinguistischen bzw. lerntheoretischen Fundierung als kontextgebundene Konstrukte erscheinen, ihr Verständnis vertieft sowie ihre Abgrenzungen voneinander relativiert.

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