Dr. Beate Lindemann (Universität Tromsø, Norwegen)

CLIL-Unterricht, aber für wen? Nur für die guten Studierenden, oder auch und gerade für die sprachlich schwächeren?

Der universitäre Fremdsprachenunterricht an den norwegischen Hochschulen und Universitäten steht vor großen Herausforderungen: immer weniger Studierende entscheiden sich für ein Fremdsprachenstudium in den sogenannten „zweiten Fremdsprachen“ (d.h. anderen Fremdsprachen als Englisch). In den übrigen nordeuropäischen Ländern ist die Situation ähnlich. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Ein wichtiger Faktor ist mangelnder Glaube unter den Abiturienten an die eigenen Fähigkeiten in ihrer zweiten Fremdsprache (bei Englisch als erster Fremdsprache), als Voraussetzung für die erfolgreiche Absolvierung eines fremdsprachlichen Studiums.
Im vorliegenden Beitrag wird diskutiert, inwieweit sich universitärer CLILiG-Unterricht in unterschiedlichen Fachgebieten nur für Studierende eignet, die bereits über gute bis sehr gute DaF-Kenntnisse (Niveau B2/C1 GER) verfügen. Die Gegenthese wäre, dass der CLILiG-Unterricht als Sprachvermittlungsmethode gerade dann herangezogen werden sollte, wenn sprachlich schwächere Studierende (Niveau A2 GER) ihre sprachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse aufbauen und festigen möchten.