Beiträge (M – O)

Muñoz Vicente, Beatriz (Fachhochschule Oldenburg Ostfriesland Wilhelmshaven)

Fehlerkorrektur und Fehleranalyse in einem E-Mail-Austausch zwischen Spanisch und Deutsch sprechenden Studierenden

AG 1

In der heutigen Welt hat sich die E-Mail als ein günstiges, schnelles und unkompliziertes Kommunikationsmittel erwiesen. Diese Tatsache ist ein unumstrittener Vorteil für Sprachlernende, denn sie können aus ihren Ländern mit Muttersprachlern kommunizieren und dadurch ihre Sprachkenntnisse verbessern. In den letzten Jahren hat sich folglich die Zahl von E-Mail-Austauschen zwischen Studierenden verschiedener Länder deutlich erhöht. Bislang liegen jedoch nur wenige empirische Arbeiten vor, die bestätigen, dass solche Austausche das Erlernen einer Fremdsprache ermöglichen.

Thema dieser Arbeit ist das Sprachenlernen im Tandem. In diesem Beitrag sollen die Ergebnisse eines dreimonatigen
E-Mail-Austausches zwischen Studierenden der FH OOW (Emden, Deutschland) und Studierenden der Universität León (Spanien) vorgestellt werden. Studierende beider Universitäten tauschten zweimal wöchentlich E-Mails mit je ca. 100 Wörtern aus, die zur Hälfte auf Spanisch und zur Hälfte auf Deutsch geschrieben wurden. Dabei wurden Korrekturtechniken von James (1998) angewendet: „feedback“, „correction“ und „remediation“.

Diese Studie basiert auf der Arbeit von Vinagre und Lera (2008), in der die Fehlerkorrektur zur Förderung des Erlernens einer Fremdsprache bei einem E-Mail-Austausch analysiert wurde. Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Einflusses der gegenseitigen Fehlerkorrektur auf die Vermeidung von Fehlern der Lernenden. Es handelt sich hierbei um eine qualitative Studie, in der E-Mails, Lerntagebücher und Fragebögen der Studierenden als Instrumente für die Analyse verwendet wurden. Um die Fehler zu sortieren wurde eine angepasste Klassifizierung von Fernández (1997) verwendet.

Hauptsächlich weichen die Ergebnisse der vorliegenden Studie insofern von Vinagre und Lera ab, als Studierende weniger Fehler erneut begingen, wenn sie „correction“ als Korrekturtechnik erhielten, während dies bei Vinagre und Lera der Fall war bei Anwendung der Korrekturtechnik „remediation“. Dennoch benutzen Gruppen beider Studien die Technik „remediation“, um syntaktische und semantische Fehler komplizierterer Natur zu korrigieren, und die Technik „correction“, um lexikalische und orthografische Fehler zu korrigieren.

Literatur

  • Brammerts, H. (2001). „Autonomes Sprachenlernen im Tandem: Entwicklung eines Konzepts“. In: Brammerts, H. / Kleppin, K. (Hrsg.). Selbstgesteuertes Sprachenlernen im Tandem. Ein Handbuch (Forum Sprachlehrforschung. 1). Tübingen: Stauffenburg, 9-16.
  • Fernández, S. (1997). Interlengua y análisis de errores en el aprendizaje del español como lengua extranjera. Madrid: Edelsa.
  • James, C. (1998). Errors in Language Learning and Use. Exploring Error Analysis. London: Longman.
  • Vinagre, M. / Lera, M. (2008). „The Role of Error Correction in Online Exchanges“. In: Zhang, F. / Barbe, B. (Hrsg.). Handbook of Research on Computer-Enhanced Language Acquisition and Learning. Hershey: IGI Publishing, 326-341.

Download: Powerpoint-Präsentation

Murphy, Linda (The Open University, Oxford)

When the Going Gets Tough: Motivational Thinking in Autonomous Language Learning

AG 1

Autonomous learners are, by definition, motivated learners, but how can teachers help learners to generate and sustain the sort of motivational behaviour and thinking that characterises autonomous learning? Ushioda (1996) argues that development of effective and sustained self-motivational behaviour cannot depend on externally imposed motivational system of goals and rewards. She suggests that whereas autonomy implies involvement in and responsibility for all aspects of one’s learning, self-motivation implies taking charge of the affective dimension of that learning experience. This leads to the need to develop effective motivational thinking as an integral dimension of learner autonomy. As Griffiths (2008) asks, how do learners keep going when the going gets tough?

This paper presents the experiences of adult distance learners of French, German and Spanish who logged things which negatively affected their motivation, how they handled setbacks and what inspired or motivated them during a period of seven months while studying with the Open University (UK). These experiences are analysed in the light of motivation, autonomy and learning strategy research, to understand the kinds of motivational thinking which language learners engage in and how it may be developed to support autonomous language learning.

Download: Handout

Neuhoff, Antje (TU Dresden)

Wie kann das Europäische Sprachenportfolio Autonomie im Fremdsprachenlernen fördern?

AG 4

In dem Beitrag werden Einsatzszenarien von elektronischen Versionen des Europäischen Sprachenportfolios (ESP) vorgestellt, die sehr unterschiedliche Ergebnisse zeigen:

Zum einen handelt es sich um das
„e-Pel“, entwickelt von der Universität Montesquieu – Bordeaux IV, das in einem Großversuch mit 4.200 Lernern 2008 an französischen Universitäten und Schulen eingesetzt wurde. Das sehr ernüchternde Ergebnis des Großversuchs war, dass das Portfolio von keinem einzigen Lerner in der intendierten Weise genutzt wurde, nämlich zum autonomen Planen und Steuern des Sprachenlernens.

Das zweite elektronische Sprachenportfolio, dessen Einsatz erforscht wurde, ist das „Language On Line Portfolio Project“ (LOLIPOP), entwickelt von einem europäischen Projektkonsortium unter der Leitung der Dublin City University. Die (ehemaligen) Projektpartner, Lehrende an Hochschulen in Polen, Irland, Frankreich, Deutschland oder Spanien, arbeiteten mit ihren Studenten in verschiedenen Kontexten (nicht nur Sprachlernkursen) mit LOLIPOP. Die Auswertungen dieser ESP-Arbeit liefern durchaus ermutigende Hinweise, dass durch die Beschäftigung mit dem Portfolio nicht nur das Sprachenlernen gefördert wird, sondern auch die Planungs- und Reflexionsprozesse der Lerner.

In dem Beitrag soll der Frage nach den Ursachen für die so extrem unterschiedlichen Ergebnisse der Einsatzstudien von elektronischen Sprachenportfolios nachgegangen werden. Welche Faktoren sind notwendig und begünstigen das autonome Sprachenlernen, welche behindern oder verhindern sogar gänzlich autonome Lernprozesse? Was können wir daraus speziell für die Arbeit mit Sprachenportfolios lernen?

Ortiz, Isabelle /Tassinari, Maria Giovanna (FU Berlin)

Eine integrierte Lernumgebung zur Förderung von Lernerautonomie

AG 3

Ist es möglich, eine integrierte Lernumgebung zu schaffen, in der Studierende eine oder mehrere Sprachen lernen und gleichzeitig gezielt ihre Fähigkeiten zu Lernerautonomie ausbauen können? Am Sprachenzentrum der FU Berlin haben wir uns dieses Ziel gesetzt. In unserem Beitrag möchten wir zeigen, wie wir dies realisieren und einige Fragen zur Diskussion stellen.

Die sprachpraktische Ausbildung der Studierenden am Sprachenzentrum der Freien Universität Berlin ist fest in den Bachelor- und Masterstudiengängen verankert. Für absolvierte Sprachpraxismodule erhalten Studierende Leistungspunkte auf der Basis ihrer gesamten Arbeitsleistung sowohl im Unterricht als auch in Eigen- und kooperativer Arbeit.

Da die in den Studienordnungen festgelegten Qualifikationsziele für die Sprachpraxismodule nicht nur sprachliche und kommunikative Kompetenzen, sondern auch lernstrategische Kompetenzen im Hinblick auf autonomes und lebenslanges Lernen vorsehen, sorgt das Sprachenzentrum für eine Lernumgebung und für Lern- und Lehransätze, die die Verzahnung zwischen unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Arbeit ermöglichen.

Diese Lernumgebung besteht einerseits aus einem Selbstlernzentrum – mit zahlreichen Medien und Materialien, mit sprachübergreifender Lernberatung sowie Lerntipps, mit einem Onlinekatalog zur Unterstützung einer sprachlernspezifischen Materialsuche –, andererseits aus Sprachpraxismodulen, die neben einer elekronischen Lernplattform gezielt für die Förderung von autonomem Fremdsprachenlernen konzipiert wurden.

Am Beispiel eines Sprachpraxismoduls für Französisch auf dem Niveau B1 möchten wir zeigen, wie die Ressourcen dieser integrierten Lernumgebung zur Förderung von Lernerautonomie verwendet werden können. Das Design des Sprachpraxismoduls sieht z. T. Projekte vor (z. B. projet grammaire, point info) und das Selbstlernzentrum stellt dafür eine Reihe geeigneter lernmethodischer Ressourcen sowie die Lernmaterialien zur Verfügung. Dieser Ansatz wirft u.a. folgende Fragen auf:: Wie kann das Gleichgewicht zwischen dem Fokus auf sprachlichen Kompetenzen und dem auf lernmethodischen Kompetenzen gewährleistet werden? Wie können individuelle Lernprozesse berücksichtigt und begleitet werden?

Download: Powerpoint-Präsentation