Beiträge (F – H)

Fiorito, Lorenzo (Università degli Studi di Napoli Federico II)

Building up a Language e-Portfolio for the workplace: lessons from EU funded projects

AG 4

The purpose of my presentation is to provide a description of the experiences of some linguistic projects, funded by the European Commission and aimed at developing language courses for both students in technical courses and technicians in industry, where a portfolio-based approach has been adopted, by mapping the linguistic materials to the Common European Framework levels.

The paper’s general orientation is derived from the projects’ overall objectives that were to implement and evaluate a pedagogic environment that facilitates the development of students’ language competence by means of elearning setting and collaboration between students and teachers/trainers, founded on a sound conceptual basis along with pedagogical needs specification.

After identifying activities that require the use of specific linguistic functions, I have built/selected lexis and grammar structures graded according to the CEF levels and integrated in a Language Portfolio for Vocational Purposes: to every general language skill defined by the CEF there correspond descriptors of specific language skills.

Defining the needs in the professional sectors allowed me to form a clearer idea of the language skills needed by students in order to be able to perform the tasks required in the work place and subsequently to create a link between this profile and the curriculum implemented in schools, with the inclusion in FL curricula, and the adoption in pedagogic practice.

Fischer, Johann (Georg-August-Universität Göttingen)

Handlungsorientiertes Sprachtesten: Förderung der Motivation durch mehr Autonomie

AG 1

Autonomie und Motivation spielen nicht nur im Sprachunterricht eine wichtige Rolle, sondern auch beim Sprachtesten. Durch den Einsatz handlungsorientierter Prüfungskonzepte gewinnt der Inhalt der fremdsprachlichen Texte an Bedeutung. Dadurch können die Kandidat(inn)en ihr eigenes Wissen und ihre persönlichen Kompetenzen deutlich stärker in die Prüfung einbringen. Die Inhalte ihrer Prüfungsarbeiten gewinnen so an Bedeutung und erlauben den Kandidat(inn)en mehr Autonomie bei der Bearbeitung der Aufgaben. Lesetexte werden nicht mehr um des Beantwortens der Fragen willen gelesen, sondern um die Inhalte zu erfassen, die zur Bearbeitung einer produktiven Aufgabenstellung erforderlich sind. Dies fördert die Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Für den/die Prüfer/-in bedeutet dies eine stärker inhaltliche Beschäftigung mit den einzelnen Prüfungsarbeiten, das simple Abhaken der Antworten anhand von vorgefertigten Antwortblättern entfällt größtenteils, was den Korrekturaufwand ggf. erhöht. Doch fördert dies auch die Konzentration und Motivation der Prüfer(innen) bei der Korrekturarbeit.

Download: Powerpoint-Präsentation des Beitrags

Gola, Véronique (Leuphana Universität Lüneburg)

Erprobung und Evaluierung des Online-Portals TELL ME MORE® CAMPUS

AG 3

Im Rahmen eines Pilotprojekts an der Leuphana Universität Lüneburg haben 80 Studierende einen unbegrenzten Zugang zu dem Online-Portal TELL ME MORE® CAMPUS bekommen. Eine solche Campuslizenz erlaubt den Lernenden den Zugriff zu allen Inhalten von Tell Me More in fünf Sprachen von den Niveaus A1 bis C1. Nach einem eingebetteten Einstufungstest bietet die Software unterschiedlich zusammengestellte Übungen an. Jeder/Jede Studierende/r kann online seinen/ihren individuellen Lernplan abrufen und nach und nach bearbeiten.

Selbstverständlich bilden Hochschulen für Verlage mit einem solchen Produkt einen vielversprechenden Markt. Anderseits brauchen die Sprachenzentren an Hochschulen klare Vorgehensweisen und Kriterien, anhand derer sie dieses Produkt evaluieren können, um ggf. verschiedene Möglichkeiten des Einsatzes empfehlen zu können bzw. davon abzuraten.

TELL ME MORE® CAMPUS wird seit Oktober 2008 im Fremdsprachenzentrum der Leuphana Universität Lüneburg in 4 Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch) und den Niveaus A1 bis C1 erprobt. Der Zugang erfolgt über die Lernplattform Moodle, deren Kommunikationsfunktionen zusätzlich eingesetzt werden. Folgende Fragen sollen untersucht werden:

  • Erfüllt TMM-Campus die Kriterien für Webseiten mit pädagogischen Inhalten?
  • Wie wird der kulturelle Aspekt des Sprachenlernens berücksichtigt?
  • Nutzen die Studierenden die Möglichkeit, sich einzuloggen? Kann so der erforderliche Workload erbracht werden?
  • Trägt eine solche Lern-/ Lehrumgebung zur Autonomisierung der Lernenden bei?
  • Welche Auswirkungen hat sie auf die Konzeption der Lehre und die Rolle der Lehrenden?

In diesem Vortrag werden die unterschiedlichen Nutzungsweisen auf Seiten von Lehrenden und Lernenden vorgestellt und erste Ergebnisse erläutert.

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Hoffmann, Sabine (Universität Palermo)

Das Verhältnis von Motivation zu Sprachlernbewusstheit –
interagierende Komponente oder bedingender Faktor?

AG 1

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der in der Motivationsforschung seit den 90er Jahren diskutierten Frage nach dem Zusammenhang von Sprachlernbewusstheit und Motivation. Die Art dieser Beziehung steht im Mittelpunkt theoretischer Vorüberlegungen zu einem Habilitationsprojekt, das die Rolle von Bewusstsein beim Erwerb von Deutsch als Fremdsprache mittels eines mehrmethodischen Forschungsdesigns longitudinalen Zuschnitts untersucht und auf eine Neubestimmung des Motivationskonstrukts zielt.

In meinem Vortrag sollen zunächst einige Kernfragen behandelt werden, wie das Verhältnis von inzidentellem zu intentionalem Lernen im gesteuerten Fremdsprachenerwerb und die Differenzierung bei der Speicherung von explizitem und damit abrufbarem Wissen. Dazu wird awareness auf den drei Ebenen perception, noticing und understanding angesiedelt und vor dem Hintergrund subjektwissenschaftlicher Lerntheorien eine Verbindung zu dem individuellen Lerninteresse konzeptualisiert. Die diesem Ansatz zugrunde liegende Koppelung von Lebens- und Lerninteressen schafft eine Bezugsebene, für die die gängige Gegenüberstellung von intrinsisch-extrinsisch oder integrativ-instrumentell zu kurz greift und diese durch die – je nach Qualifikation der (Lern-)Begründung vorgenommene – Unterscheidung zwischen expansivem und defensivem Lernen ersetzt wird. Während expansiv begründetes Lernen dahin strebt, die mehr oder weniger ausgeprägte Tiefenstruktur des Gegenstandes zu erschließen und bei Hindernissen eine Lernproblematik ausgliedert, um diese bewusst zu bearbeiten und in einem Lernsprung zu überwinden, bleibt es beim defensiven Lernen bei isolierten Oberflächenbestimmungen. In Bezug auf die drei oben genannten Bewusstheitsstufen lässt sich daraus die Arbeitshypothese ableiten, dass noticing (nur) dann zum understanding wird, wenn der fokussierte Gegenstand durch expansiv begründetes Lernen erschlossen wird.

So wird Bewusstsein zur Schaltstelle im fremdsprachlichen Lernprozess, kann aber in seinem Ausmaß nur angemessen begriffen werden, wenn man diese Größe in unmittelbarer Abhängigkeit zur Lernintention sieht. Daraus ergibt sich ein Vorgehen, das Bewusstmachungsprozesse am (Deutsch-)Lernenden selbst zu ermitteln hat, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen und auf die Unterrichtspraxis zu wirken.

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