Plenarvorträge

Freitag, 10.30 Uhr: Prof. Dr. Jürgen Quetz

Das Europäische Sprachenportfolio als Mittel zur Förderung des selbstgesteuerten Fremd- und Zweitsprachenlernen

Sprachenportfolios gibt es mittlerweile in vielen Ländern für Kinder ab der Grundschule und für Erwachsene in vielerlei Lernkontexten. Die Erwartungen, die sich mit dem Einsatz von Portfolios meist verbinden, sind hoch. Eine davon ist, dass Sprachlernbewusstheit (language learning awareness) einen zentralen Beitrag zum selbstbestimmten und damit erfolgreicheren Sprachenlernen leistet. In meinem Vortrag möchte ich mich auf diesen Aspekt der Bewusstmachung von Lernstrategien konzentrieren und erörtern, in welchem lerntheoretischen Kontext diese Annahmen zu sehen sind: Stehen diese erst ad hoc in Portfolios aufgenommenen Teile ("Ich als Sprachenlerner", "Wie ich Sprachen lerne" usw.) in Übereinstimmung mit den heute weithin akzeptierten Annahmen über Fremdsprachenlernen? Ist ein Sprachenportfolio überhaupt geeignet, Lernende zum selbstbestimmten ("autonomen") Lernen anzuregen und dieses zu unterstützen? Oder stehen wir einem Konglomerat von travelling concepts gegenüber, deren schmale empirische Basis vermuten lässt, dass die Rolle der Lehrenden letztlich doch der entscheidende Erfolgsfaktor ist?

Freitag, 17.15 Uhr: Prof. Dr. Bernd Rüschoff

Autonomes Lernen und Authentizität im Web 2.0:
Social Software und Sprachenlernen kritisch reflektiert

Wissenskonstruktion als lerntheoretisches Paradigma für eigenverantwortete und selbstgesteuerte Sprachlernprozesse wird vielfach als Alternative zu Instruktionsbasierten Lernangeboten gesehen. Zudem wird der von Merrill Swain propagierten „Output Hypothese“ immer mehr Beachtung geschenkt, die das Erarbeiten von zielsprachlichem Output und die damit verbundenen Prozesse der Sprachproduktion als wichtigen Beitrag zum Lernen betont. Hier bieten digitale Medien seit jeher besondere Potentiale für den Sprachunterricht.

Mit dem Schlagwort Web 2.0 und den damit bezeichneten Weiterentwicklungen im Internet verbinden viele hohe Erwartungen, auch was die Nutzungspotentiale dieses „Mitmach-Webs“ – u.a. für die Förderung von Lernerautonomie im Fremdsprachenunterricht – betrifft. Zum Einstieg sollen die Prinzipien eines „output- orientierten“ Lernens sowie die technischen Besonderheiten des neuen Internet herausgearbeitet wie auch die damit verbundenen Erwartungen diskutiert werden. Darauf aufbauend werden dann konkrete Beispiele für die Integration von „Social Software“ und „Social Networking Platforms“ in Lernprojekte vorgestellt werden, beispielsweise Wikis, Podcasting, Smilebox, Windows Photostory, Comic Creator, YouTube usw.

Samstag, 9 Uhr: Prof. Dr. Jane Arnold

Affective and Effective Language Learning

Both research and the practical experience of language teachers have shown that attention to affect can have a strong positive influence on learner motivation and thus on learning. In this presentation we will explore the importance of affect for second and foreign language learning and teaching. Learning will be considered holistically as a process which functions best when the cognitive, emotional and physical aspects of learners are taken into consideration.  We will reflect on how a greater awareness of the affective aspects -the “inside” and “between” the people in the classroom- can help us become more effective as teachers.  We will look at some of the individual factors that  affect the learning process (anxiety, self-esteem, learning styles) as well as the relational factors that are part of the interactional context  (group dynamics, empathy, facilitation).  Practical examples will be given of different ways to bring affect into the classroom.