AG 2 Lernberatung

Programm

Lernberatung

(z. B. Beratungsformen und Beratungseinrichtungen im Kontext von individuellen Sprach­lernangeboten, Selbstlerneinrichtungen, Distanzlernen oder TANDEM-Lernen)
Leitung: Dr. Claudia Kociucki (Sprachenzentrum Uni Bochum), Prof. Dr. Grit Mehlhorn (TU Berlin)

Advising for self-directed language learning

(E.g. different ways of advising and advisory services in the context of individual learning contexts, self-learning centers, distance learning or learning in Tandem-language exchange)
Workshop Organizers: Dr. Claudia Kociucki (Sprachenzentrum Uni Bochum), Prof. Dr. Grit Mehlhorn (TU Berlin)

Freitag 9. März 

15:00-15:30

Tina Claußen (Universität Sevilla, Spanien)

Auswirkungen von Lernberatungen – Ergebnisse einer longitudinalen Fallstudie.

15:30-16:00

Constanze Göbel (TU Berlin)

Distanzlernberatung – Sprachlernberatung mit Hilfe elektronischer Medien.

16:00-16:30

Saija Kaskinen (Finnland)

A Proposal for Support for Self-Directed Language Learning.

16:30-17:00

Maria Giovanna Tassinari (FU Berlin)

Wie schätze ich mich als autonomer Lerner ein?

 

Samstag 10. März 

10:00-10:30

Jana Zimmermann (TU Berlin)

Schreibberatung als spezielle Form der Lernberatung

10:30-11:00

Katia Carraro (Universität Wien, Österreich)

Guidance and support for tandem language learning.

11:00-11:30

Lisa Kallio / Ulla Lautiainen (Finnland)

A Pathfinder for personalised language and communication studies.

11:30-12:00

Enke Spänkuch (Universität Bochum)

Beraten lernen – aber wie? Vorschlag für eine Fortbildungs­veranstaltung im Verbund mit der virtuellen Lernplattform Blackboard am Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZFA) der Ruhr-Universität Bochum.

Tina Claußen (Universidad Pablo de Olavide, Sevilla )

Auswirkungen von Lernberatungen – Ergebnisse einer longitudinalen Fallstudie

Lernberatung wird in der Literatur häufig als eine sinnvolle Maβnahme zur Förderung von Lernerautonomie bezeichnet. Bislang liegen aber nur wenige empirische Arbeiten vor, die sich mit der Praxis und der Wirksamkeit von Sprachlernberatungen beschäftigen In diesem Beitrag sollen Ergebnisse einer longitudinalen Fallstudie vorgestellt werden, die im Rahmen eines studienbegleitenden Kurses mit unterstützender Lernberatung für ausländische Studierende an deutschen Universitäten durchgeführt wurde. Ziel des Kurses und der Lernberatung ist es, die Studierenden bei der Bewältigung akademischer Handlungsfelder zu unterstützen und ihre Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen zu fördern. Die Studie geht zum einen der Frage nach, wie sich die Lernberatung auf das Verhalten der Studierenden auswirkt. Zum anderen wird die subjektive Einschätzung des Beratungserfolgs durch Berater und Lerner in den Blick genommen.

Constanze Göbel (Technische Universität Berlin)

Distanzlernberatung - Sprachlernberatung mit Hilfe elektronischer Medien

Der Vortrag wird über die Ergebnisse einer Studie zur Distanzlernberatung berichten, die gegenwärtig an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache durchgeführt wird.

Distanzlernberatung ist eine Form der Sprachlernberatung, die mit Hilfe elektronischer Medien (E-Mail, Chat, Internet-Telefon und Lernplattformen) durchgeführt wird. Diese Art der Sprachlernberatung wurde in der Studie begleitend zur Präsenzberatung eingesetzt.

Die Studie betrachtet, wie Distanz- mit Präsenzlernberatungsphasen sinnvoll kombiniert werden können. Speziell wird dabei erforscht, welche Dokumente und Analyseinstrumente mittels des Internet eingesetzt werden können, wie die Beratenen diese bearbeiten und nutzen, und zu welchen Zeitpunkten sich die Verwendung dieser Hilfsmittel anbietet. Zusätzlich werden die Einsatzmöglichkeiten einer gemeinsamen Kommunikationsplattform (Moodle) für die Beratenen und die Beraterin ergründet.

Aus den Ergebnissen der Studie sollen Schlussfolgerungen für eine konkrete Vorgehensweise bei der Distanzlernberatung (Hilfsmittel und Kommunikationswege) für andere Beratungssituationen und weitere Projekte gezogen werden.

Saija Kaskinen (University of Joensuu, Finland)

A Proposal for Support for Self-directed Language Learning

The purpose of this paper is to introduce a new instructional model for use at the university level. The target group is students of English as Second Language (ESL) and students of English for Specific Purposes (ESP). The aim of this paper is to examine how to provide help for a self-directed language learner. The essential questions proposed are: How does a self-directed language learner manage his or her own learning process? How does the facilitator help a student to set appropriate language learning goals, a strategic language learning plan, and a progress monitoring method?

In this model the students will have an opportunity to take a set of modules which not only aim at improving their general language skills but also prepare them for using subject specific language in working life. The facilitator initially guides the students in setting their language learning goals, encourages them to focus on their language learning plan, and monitors their progress at certain stages. The main goal of this model is to encourage and support student independence and self-reliance at all stages of the learning process.

Key words: autonomous language learning, self-directed language learning, ESL, ESP

Maria Giovanna Tassinari ( Freie Universität Berlin)

Wie schätze ich mich als autonomer Lerner ein?

Erfahrungsgemäß ist es schwierig, als Lerner die eigenen Kompetenzen und die im autonomen Lernen mitwirkenden Faktoren kennen zu lernen und einzuschätzen.

Als Grundlage für die Lernberatung werden Checklisten zur Selbsteinschätzung der Sprachkompetenzen und Fragebögen zur Selbstbewusstheit/Selbstreflektion (z.B. über Lernstile und Lernstrategien) eingesetzt. Eine Checkliste zum autonomen Lernen gibt bisher noch nicht.

Zum Zweck der Selbsteinschätzung / Selbstreflektion der eigenen Kompetenzen für das autonome Lernen und der vielen im autonomen Lernen mitwirkenden Faktoren, habe ich im Rahmen meiner noch laufenden Doktorarbeit auf der Basis von Definitionen von Lernerautonomie und Beschreibungen von Strategien für Fremdsprachenlernen ein dynamisches Modell von Lernerautonomie mit Deskriptoren entwickelt.

Das Autonomiemodell und die Deskriptoren wurden durch Expertenbefragungen intersubjektiv validiert, zu einer umfassenden und detaillierten Checkliste zur Selbsteinschätzung für autonomes Lernen ausgearbeitet  und an Studierenden erprobt.

In meinem Vortrag soll dieses dynamische Autonomiemodell mit einzelnen Deskriptoren vorgestellt und über den Einsatz der Checkliste in Beratungssituationen berichtet werden.

Jana Zimmermann (Technische Universität Berlin)

Schreibberatung als spezielle Form der Lernberatung

Akademisches Schreiben bereitet Studierenden in vieler Hinsicht Probleme:

Eine empirische Studie von Dittmann u. a. (2003) zeigt, dass laut einer Studierendenbefragung und anschließender Rangordnung der 15 häufigsten Probleme, diese sich nicht nur auf formelle Kriterien zur Gestaltung wissenschaftlicher Texte beziehen, sondern vielmehr auf affektive Aspekte sowie auf strategisches Wissen zu verschiedenen Phasen bzw. Aufgaben während des Arbeitsprozesses. Diese werden bei fremdsprachlichen Studierenden um vielfältige sprachliche, lernbiographische, interkulturelle Aspekte erweitert. Eine individuelle, nicht-direktive Schreibberatung kann hier ein sinnvolles Dialogangebot für Ratsuchende bereithalten.

In diesem Beitrag soll die Schreibberatung als spezielle Form der Lernberatung vorgestellt werden. Diese findet seit einigen Jahren an universitären Schreibzentren statt, in denen daneben Workshops zu speziellen Problemfeldern, Selbstlernmaterialien und Schreibberater- bzw. Peer-Tutorenausbildungen angeboten werden. Anhand von Kenntnissen und Diskussionen aus der Freiburger Ausbildung sowie Erfahrungen aus der Beratung an dem Fachbereich DaF an der TU Berlin kann exemplarisch gezeigt werden, wie Schreibberatung arbeitet.

Katia Carraro (Vienna University of Economics and Business Administration)

Guidance and support for tandem language learning

According to Little (1996: 28) “Unless they are given a great deal of guidance and support, learners who have not already achieved a significant degree of autonomy are likely to find tandem learning difficult to cope with and almost impossible to sustain.”

This paper focuses on the measures adopted by the RZB Language Resource Center at the Vienna University of Economics and Business Administration to help students take charge of their own learning in connection with tandem learning. The support provided by the RZB Language Resource Center in the tandem learning programme includes introductory meetings in which students are made aware of the philosophy behind tandem learning, social gatherings in which students meet other tandem partners and discuss their experiences.

Moreover a form of structure is provided by means of a Tandem Learning Diary and of self-assessment checklists which are provided to help students reflect on their own learning and set their learning goals. Tandem students who complete their diaries and self-assessment checklists are issued a Certificate of Participation in the Tandem Learning Project to be included in their CVs and/or Portfolios. The programme will be described in detail by means of examples of students’ work. Data gathered from the analysis of diaries and feedback questionnaires will be presented.

References:

  • Council of Europe (2001) Common European Framework of Reference for Languages: Learning, teaching, assessment, Strasbourg: Council of Europe.
  • Holec, H. (1981) Autonomy  in Foreign Language Learning, Oxford: Pergamon. (Reprint; first published 1979, Strasbourg: Council of Europe.) Lewis, T. (1999). Tandem Learning - Principles and Practice 1, sole.open.ac.uk/pollo/lewis1.htm.
  • Little, D. & Brammerts, H. (Eds.) (1996). A guide to Language Learning in Tandem via the Internet, CLCS Occasional Papers No. 46. Dublin: Trinity College, Centre for Language & Communication Studies.
  • Pilkington, R. (1999) The Face To Face Tandem Learning Module: A Case Study, Modern Languages Teaching Centre, University of Sheffield, www.uclan.ac.uk/facs/class/languages/translang/tandem.htm
  • Walker L. (2001) “Die Rolle des Tandem Lernertagebuchs bei der Unterstützung und Entwicklung von Lernerautonomie”. In: Brammerts, H. & Kleppin, K. Selbstgesteuertes Sprachenlernen im tandem (Eds.), Tübingen: Stauffenburg Verlag.
  • Lewis, Tim & Walker, Lesley (Eds.) (2003) Autonomous language learning in tandem, Sheffield: Academy Electronic Publications.

Liisa Kallio / Ulla Lautiainen (University of Jyväskylä, Finland)

A pathfinder for personalised language and communication studies - KOPS

KOPS-website was set up in order to provide students and study counsellors with a tool for active and personalized planning of language and communication studies.

KOPS gives an easy access to information as well as opportunities to explore different approaches to language learning, such as materials for independent study, self assessment, study skills, resource banks, on-line learning and other Language Centre services.

KOPS aims at:

  • making right choices at the right time - degree in 3/5 years
  • providing tools for students to plan and organize their language and communications studies according to their own needs and objectives
  • promoting independent learning and growth in competent academic professionalism

This presentation aims at describing the planning process of the tool as well as the experiences of students and teachers and language advisors using the tool.

Enke Spänkuch (Ruhr-Universität Bochum)

Beraten lernen – aber wie? Vorschlag für eine Fortbildungsveranstaltung zur Sprachlernberatung im Verbund mit der virtuellen Lernplattform Blackboard am Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZFA) der Ruhr-Universität Bochum

 

Kursleiterinnen und Kursleiter sind per se keine Beratenden, aber sie müssen nahezu täglich beraten. Mit dem wachsenden Kurs-Angebot am ZFA und der steigenden Nachfrage nach betreuten Sprachlernpartnerschaften im Tandem ist auch der Beratungsbedarf für unterschiedliche Lernkontexte gestiegen. Eine Tatsache, die einerseits erfreut, die andererseits die Förderung von Beratungskompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dringend notwendig macht.

Bei der Konzeption einer Fortbildungsveranstaltung müssen allerdings wichtige Bedingungen berücksichtigt werden: Lehrbeauftragte sind in der Regel an mehreren Institutionen beschäftigt und nur schwer vor Ort erreichbar. Eine Fortbildungsveranstaltung, die nur auf Präsenz setzt, kann daher nicht greifen. Des Weiteren handelt es sich bei der Entwicklung von Beraterfähigkeiten um einen sehr praxisorientierten Prozess, der über einen längeren Zeitraum hinweg und trotz räumlicher Distanz angemessen begleitet werden muss. Letztlich geht es auch um die Tatsache, dass es sich vor allem um Teilnehmerinnen und Teilnehmer handelt, deren Muttersprache nicht das Deutsche ist. D.h. auch die (fach-) sprachliche Komplexität der Inhalte muss angepasst werden, ohne unzulässig reduziert zu werden. Die Kursmaterialien müssen so zur Verfügung gestellt werden, dass es möglich ist, diese ohne größeren organisatorischen Aufwand in Kooperation zu bearbeiten.

In diesem Beitrag wird ein Modell für eine Fortbildungsveranstaltung vorgestellt, das diese Bedingungen versucht zu berücksichtigen. Geplant ist ein Lernszenarium, das über einen Zeitraum von einem halben Jahr drei Präsenzphasen und zwei Online-Phasen verbindet. Die Lernplattform Blackboard, die an der Ruhr-Universität Bochum seit 2000 erfolgreich eingesetzt wird, ist am ZFA bereits erfolgreich implementiert.

Da sich dieses Konzept noch in der Entwicklungsphase befindet, sind Anregungen, Kritik und weitere Ideen herzlich willkommen!

Kontakt- und Informationsbörse

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Bärbel Kühn und Rüdiger Fehse