Vereinbarung über die Organisation des Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen vom 30.11.2015

§ 1 Gegenstand der Vereinbarung

Im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie betreiben die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, die Hochschule für Künste und die Hochschule Bremerhaven das Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Land Bremen (FZHB) als gemeinsame zentrale Betriebseinheit der bremischen Hochschulen. Das Fremdsprachenzentrum wird gemäß § 13 Abs. 1 BremHG der Universität Bremen als federführender Hochschule zugeordnet

§ 2 Aufgaben

(1) Das FZHB nimmt seine Aufgaben im Auftrag der vertragschließenden Hochschulen auf der Grundlage der modernen Sprachlern- und ‑lehrforschung sowie in Orientierung am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen des Europarates wahr.

(2) Das FZHB ist zuständig für die Fremdsprachenausbildung an den bremischen Hochschulen, so­weit sie nicht von den Fachbereichen selbst organisiert wird. Über Ausnahmeregelungen entscheiden die Rektorate im Abstand von zwei Jahren und legen diese schriftlich fest. Das FZHB übernimmt die Qualitätssicherung der Fremdsprachenausbildung und führt dazu auch Evaluationen durch. Nach Maßgabe dieser Vereinbarung stellt es für die beteiligten Hochschulen und deren Untergliederungen das angeforderte Lehr- und Lernangebot sicher. Hierzu trifft das FZHB mit den beteiligten Hochschulen und deren Untergliederungen jährlich die erforderlichen Absprachen. Die Entscheidungskompetenz der Fachbereiche im Übrigen zu Fragen ihrer Curricula, Lehre und Stundenpläne bleibt unberührt.

(3) Zur Weiterentwicklung seiner Sprachlernangebote betreibt das FZHB ein auf alle Hochschulen verteiltes Selbstlernzentrum.

(4) Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben kooperiert das FZHB mit den in Bremen ansässigen europäischen Kulturinstituten. Weiter arbeitet es zusammen mit den Kooperationspartnern der beteiligten Hochschulen, den Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen des Landes Bremen sowie anderen internationalen und nationalen Einrichtungen, insbesondere den Sprachenzentren anderer Hochschulen.

§ 3 Mitglieder und Angehörige

(1) Mitglieder des FZHB sind der Wissenschaftliche Direktor/die wissenschaftliche Direktorin, die im FZHB tätigen hauptberuflichen Lehrkräfte, wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter.

(2) Angehörige des FZHB sind

  1. die hauptberuflichen Lehrkräfte der Hochschulen, die im laufenden Semester für das FZHB Lehrveranstaltungen durchführen und nicht Mitglied des FZHB sind,
  2. die Lehrbeauftragten des FZHB,
  3. die studentischen Hilfskräfte des FZHB,
  4. die Kooperationslehrkräfte der europäischen Kulturinstitute,
  5. die Studierenden, die im jeweils laufenden Semester an einer Lehrveranstaltung des FZHB teilnehmen.

(3) Über die Mitgliedschaft im FZHB entscheidet im Zweifelsfall die Gemeinsame Kommission des FZHB.

§ 4 Organe

Organe des FZHB sind

  1. die Gemeinsame Kommission,
  2. der wissenschaftliche Direktor / die wissenschaftliche Direktorin.

§ 5 Gemeinsame Kommission

(1)   Die Gemeinsame Kommission besteht aus jeweils einem Mitglied der Rektorate der beteiligten Hochschulen. Ein Rektoratsmitglied übernimmt die Leitung der Sitzungen und lädt zu den Sitzungen der Gemeinsamen Kommission ein. Der wissenschaftliche Direktor/die wissenschaftliche Direktorin nimmt an den Sitzungen mit beratender Stimme teil. Die Gemeinsame Kommission entscheidet in allen Grundsatzangelegenheiten, insbesondere über

1.     den Vorschlag zu einem langfristigen Entwicklungsplan für das FZHB zur Vorlage an die Landesrektorenkonferenz,
2.     die Grundsätze der Zuweisung und Bewirtschaftung der Personal- und Sachmittel,
3.     die Grundsatzfragen des Lehrangebotes,
4.     die Empfehlungen gegenüber den beteiligten Hochschulen zur Änderung dieser Vereinba­rung, 5.     die Verfahrensregelungen für die Auswahl der hauptamtlichen Lehrkräfte und der Lehrbeauf­tragten,
6.     die für jedes Studienjahr festzulegenden Regeln für die Vergütung der Leistungen des  FZHB.

§ 6 Wissenschaftliche Direktorin / wissenschaftlicher Direktor

(1) Der wissenschaftliche Direktor/die wissenschaftliche Direktorin vertritt das FZHB gegenüber den Hochschulen und im Rahmen seiner Aufgabenstellung nach außen. Er/sie leitet das FZHB im Rahmen des Auftrags der Gemeinsamen Kommission. Er/sie macht der Gemeinsamen Kommission Vorschläge über das Sprachlehr- und lernangebot und dessen Durchführung. Der Gemeinsamen Kommission gegenüber ist er/sie rechenschaftspflichtig. Die wissenschaftliche Direktorin/der wissenschaftliche Direktor hat weiterhin insbesondere folgende Aufgaben:

  1. Verteilung der dem FZHB zugewiesenen und der von ihm erwirtschafteten Haushaltsmittel,
  2. Entscheidung über die Einstellung von hauptamtlichen Lehrkräften, wissenschaftlichen Angestellten, technischen und Verwaltungsangestellten, Lehrbeauftragten und studentischen Hilfskräften,
  3. Entscheidung über die Beauftragung der Kulturinstitute und die Verteilung der für diese zugewiesenen/erwirtschafteten Haushaltsmittel,
  4. Einberufung des wissenschaftlichen Beirats,
  5. Einrichtung von Fachkonferenzen.

(2) Im Fall ihrer/seiner Verhinderung werden die Aufgaben durch ein Mitglied des Fremdsprachenzentrums wahrgenommen, das von der Gemeinsamen Kommission für jeweils zwei Jahre benannt wird. Näheres regelt der Geschäftsverteilungsplan.

(3) Die wissenschaftliche Direktorin/der wissenschaftliche Direktor ist, gemäß der Absprache der vier beteiligten Hochschulen, Professorin/Professor im Fachbereich 10 der Universität Bremen. Ihre/Seine Lehr- und Forschungsaufgaben, sowie die Denomination und das Regeldeputat, werden von der Rektorin / vom Rektor der Universität nach Absprache mit den übrigen Rektorinnen und Rektoren festgesetzt. Er /sie ist der Rektorin/ dem Rektor der Universität Bremen gemäß § 92 Abs. 2 BremHG verantwortlich.

(4) Der wissenschaftliche Direktor/die wissenschaftliche Direktorin legt über jedes Studienjahr einen Rechenschaftsbericht ab. Das Nähere zum Inhalt und Verfahren der Berichterstattung wird durch die Gemeinsame Kommission festgelegt.

 

 

§ 7 Geschäftsführung

Entfallen.

§ 8 Wissenschaftlicher Beirat

(1) Der wissenschaftliche Beirat des FZHB besteht aus

  1. mindestens zwei Persönlichkeiten aus nationaten und/oder internationalen Institutionen der Sprachlehr- und -lernforschung oder der wissenschaftlich orientierten Sprachvermittlung und
  2. den Leitern / den Leiterinnen der kooperierenden Kulturinstitute.

(2) Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats nach Abs. 1 Nummern 1 und 2 werden von der Vorsitzenden / von dem Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz auf Vorschlag der Gemeinsamen Kommission bestellt. Sie nehmen ihre Aufgabe für jeweils zwei Jahre wahr. Wiederbestellung ist möglich.

(3) Der wissenschaftliche Beirat berät den wissenschaftlichen Direktor / die wissenschaftliche Direktorin insbesondere hinsichtlich

  1. kurz- und langfristiger Entwicklungspläne für das FZHB,
  2. Grundsatzfragen des Lehr- und Selbstlernangebotes.

(4) Der wissenschaftliche Beirat tritt auf Einladung der wissenschaftlichen Direktorin / des wissenschaftlichen Direktors mindestens einmal jährlich zusammen.

§ 9 Fachkonferenzen

Der wissenschaftliche Direktor/die wissenschaftliche Direktorin kann Fachkonferenzen einrichten. Fachkonferenzen können bezogen auf Sprache und/oder Unterrichtsort gebildet werden und zur Beratung methodisch-didaktischer sowie curricularer Fragen einberufen werden. Sie können gegenüber den Organen des FZHB Empfehlungen aussprechen. In Fachkonferenzen können Mitglieder und Angehörige des FZHB tätig werden.

§ 10 Haushalts- und Personalwesen

(1) Die Stellen sowie die Personal- und Sachmittel für das FZHB werden für diesen Zweck gebunden im Wirtschaftsplan der Universität ausgewiesen und nach den Bestimmungen des BremHG sowie den Regelungen dieser Vereinbarung durch die wissenschaftliche Direktorin/den wissenschaftlichen Direktor bzw. den Geschäftsführer/die Geschäftsführerin bewirtschaftet. Die Besetzung von Stellen mit Personen, die ihre Leistungen überwiegend an einer der Hochschulen erbringen, erfolgt im Einvernehmen mit dieser Hochschule.

(2) Der Einsatz der Lehrkräfte an den Hochschulen wird im Rahmen der Absprachen zwischen FZHB und den beteiligten Hochschulen gemäß § 2 Abs. 2 festgelegt.

§ 11 Mitgliedschaftsrechtliche Stellung

Die Mitglieder des FZHB sind Mitglieder der federführenden Hochschule. Soweit sie ihre Leistung längerfristig überwiegend für eine andere Hochschule erbringen, gilt § 5 Abs. 2 BremHG.

§ 12 Aufsicht

Die Rektorin / der Rektor der Universität Bremen hat im Hinblick auf das FZHB die Rechte gemäß § 81 Abs. 4 bis Abs. 7 BremHG. Vor einer weiteren Entscheidung sind die Rektoren der übrigen beteiligten Hochschulen zu beteiligen.

§ 13 Übergangs- und Schlussbestimmungen

(1)   Diese Vereinbarung tritt mit dem Datum der Genehmigung durch den Senator/die Senatorin für Bildung und Wissenschaft in Kraft. Zugleich tritt die Vereinbarung über die Organisation des Fremdsprachenzentrums der Hochschulen im Lande Bremen vom 14.02.2005 außer Kraft.

(2) Im Fall der Auflösung des Fremdsprachenzentrums werden die von den Hochschulen eingebrachten Stellen, Personal- und Sachmittel in deren Haushalte zurückgeführt.